Pfandhaus – hoch im Kurs

8 Sep

Pfandhäuser stehen in Zeiten wirtschaftlicher Pleiten hoch im Kurs. Oft nur schweren Mutes trennen sich die Verarmten von ihren guten Stücken, um sie als Pfand im Leihaus zu Geld zu machen. Ursprünglich war ein Pfand etwas, was man in die Hand nehmen konnte. In Zeiten von Ackermann gleitet dieses Faustpfand locker in grössere Dimensionen ab. So wird auch schonmal das Auto einer renommierten Marke bei Leihhäusern abgeliefert.
Die Kunden sind immer wieder enttäuscht über den mageren Gegenwert, den sie für das ein oder andere gute Schmuckstück, den Nerz oder auch nur die liebgewonnene Gitarre erhalten. Ausbezahlt wird üblicherweise etwa 25 Prozent des handelsüblichen Wiederverkaufswert. Dafür in bar und ohne lästiges Prozedere, wie der Geldleihe bei Banken. Beim Pfandleiher erstmal eingelöst, laufen für das Pfand Zinsen von monatlich bis zu einem Prozent auf. Schon bei Abgabe des Pfands kommen weitere Gebühren von 2 bis 3 Prozent hinzu. Je länger die Auslösung auf sich warten lässt, umso teurer wird es. Nach 4 Monaten wird zwangsversteigert, sollte das Pfand nicht wieder ausgelöst werden. Der Gewinn geht dabei an die Pfandleihe, da der versteigerte Wert oftmals nicht den Schuldenberg abträgt, den der Verpfänder angehäuft hat. Sollte doch, dann erhält er den Überschuss ausbezahlt. Sollte sich jedoch der Verzweifelte aufgrund wirtschaflicher Notlage aufgehängt habe, kassiert der Staat.

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