Wer heutzutage ‘in’ sein will, und sich vor allem politisch schadlos halten will, bekennt sich öffentlich zu den Grünen und outed sich stolz als WählerIn dieser Partei.
Die ehemalige Bundesvorsitzende der Grünen Jutta Ditfurth bringt ihre Bedenken ungeschminkt in einem SPIEGL-Online Interview auf den Punkt, was sie von ihren KollegInnen und den GrünenwählerInnen hält.
Ich habe mir angesehen, wie die Grünen ihre Wähler einbinden, obwohl sie oft das Gegenteil von dem tun, was sie sagen: Bei der Atomkraft, in Kriegs- und in sozialen Fragen. Die Grünen sind Meister in der Kunst des Verrats.
Den Widerstand in den Strassen auszutragen, ist für die Grünen mittlerweile passe.
Viele Grüne kommen aus dem Milieu von Bürgerbewegungen und wissen, wie man mäßigend eingreifen kann. Die haben sozusagen den bürgerlichen Teil des Widerstands an der Zipfelmütze gepackt und auf’s Sofa gesetzt: “So, jetzt guckt mal Fernsehen.”
Die WählerInnen wollen nicht wahrhaben, dass grüne Politik nicht mehr das ist, mit dem es in den Anfängen gepunktet hat.
Die Täuschung irgendwie “anders” zu sein gelingt nur, weil die heutigen grünen Wähler getäuscht werden wollen und selber täuschen. Die Grünen sind die Partei der gehobenen und auch der verrohenden Mittelschicht. Man attestiert sich wechselseitig ein alternatives Image. Mittvierziger in gutbezahlter Position mit zwei Kindern, Eigenheim, Vermögen, Aktien und regelmäßigen Flugreisen, die die Grünen wählen, weil sie schick sind, werden sich von mir nicht davon überzeugen lassen, dass die Grünen keine soziale Partei sind, weil sie das gar nicht interessiert.
Den Grünen liegt die Ökologie nicht mehr im Blut und treibt mit verklärtem Blick ein Öko-Gespenst vor sich her.
Weil sie unter Ökologie nichts anderes mehr verstehen als verdünnte Vorstellungen von Klimaschutz. Aber an die Wurzel der Mensch und Natur zerstörenden Produktionsverhältnisse gehen sie nicht ran. Grüne und ihre Wähler interessieren sich heute weder für die Produktionsabläufe, noch für die Rohstoffbeschaffung in aller Welt oder für den Giftmüllexport.
Grüne Umweltpolitik ist in heutiger Form nur noch was für abgehalfterte PantoffelheldInnen.
Es geht heute bei grüner Umweltpolitik nur noch um das eigene Essen, Ökoklamotten, getrennte Müllsammlung, kein Pestizid im eigenen Vorgarten.
Mittlerweile glänzt die Partei der Grünen mit hohem Image- und Realitätsverlust.
Alle Parteien machen ihren Wählern was vor, aber es gibt keine Partei, die eine so grandiose Differenz zwischen ihrem Image und ihrer Realität hat.
Na dann, viel Spass bei den nächsten Landtags- und Bundestagswahlen!
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