Japan – Arbeitslosigkeit

30 Aug

Die Japaner sind bekannt für ihre Arbeitswut. Ausgebremst in ihrem Fleiss werden sie aktuell durch die weltweite Wirtschaftskrise. Mittlerweile gibt es dreieinhalb Millionen Arbeitslose auf der Insel. Das entspricht einer Quote von knapp 6 Prozent. Obwohl sie im Schnitt 12 Stunden arbeiten, 6 Tage in der Woche, und von den ihnen zustehenden 20 freien Tagen, nur 3 nutzen, sind auch sie nicht vor Entlassungen gefeiht.
Auf 100 Arbeitssuchende kommen gerademal 42 offene Stellen. Nicht genug, um dem Status der zweitgrössten Weltwirtschaftsmacht nach den USA gerecht zu werden. So bleibt ihnen nur noch, sich in Agonie zu üben, mit Blick auf bessere Zeiten.

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Berlusconi – Millionenklage

29 Aug

Als eine Majestätsbeleidigung kann man die Beleidung an den italienischen Regierungschef Berlusconi interpretieren. Berlusconi strengt einen Prozess gegen die linksliberale Zeitung La Repubblica an, die ihm wiederholt mit Fragen zu seinen ausgelassenen Festen und Feten mit mutmasslichen Prostituierten befeuert. Einmal in diese Mausefalle hineingetappt, kann es für ihn durchaus unangenehm werden, da er möglicherweise vom Richter genau zu diesen Fragen aufgefordert werden könnte, Stellung zu beziehen. Laut Chefredakteur der Zeitung, Ezio Mauro, wäre es das erste Mal in einem demokratischen Land, dass ein Politiker eine Zeitung vor den Kadi zerre, nur weil er Fragen beantworten soll.

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Politiker – Ehrlichkeit

11 Jul

Die Sonntazfrage der TAZ fragt seine mündigen Leser: Können Politiker im Wahlkampf ehrlich sein? Neben Politikern melden sich auch Leser zu Wort. Grundstimmung scheint zu sein, dass Lügen ein legimes Mittel sei und zum Politiker gehört, wie der Eifelturm nach Paris oder wie der Reiter zum Pferd. Schnell zeigt sich, ob es nicht ‚dürfen‘ statt ‚können‘ heissen sollte. Allen ist klar, es wird gelogen, nur – in welcher Art und Weise? Dass Wahlthemen mit Unehrlichkeit behaftet sind, soll, so ein Moraltheologe, schon deshalb statthaft sein, da eine Täuchungsabsicht entfalle, wenn sowieso niemand einer Wahlkampflüge glaube. Nicht unbedingt ein Punkt für den Entschluss, zur Wahl zu gehen.
Direkter scheint es bei den Italienern unter der Führung von Berlusconi zuzugehen, wo es heisst, dass Politiker auch dann lügen, wenn gerade kein Wahlkampf sei. Deutsche Politiker versuchen die politische Lüge schönzureden, nach dem Motto, wo kämen wir denn hin, wenn bei solch komplexen Zusammenhängen in der Politik nicht auch mal die ein oder andere Unehrlichkeit zu Tage tritt.
Nein, die Poltiker müssen an ihren Versprechen und Aussagen bemessen werden. Deren Lügen sollten nachhaltig Auswirkungen für die Politiker haben – auch nach der Zeit ihres politischen Wirkens. Ein Fall für spickmich.de wo Vertrauensbeweise von Wählern abgegeben werden könnten, und auch nach der Wahl Bestand haben.
Wofür sonst wählen gehen?

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Reinhard Bütikofer – Umwelttag Berlin 2008

9 Jun

Reinhard Bütikofer

Der Bundesvorsitzende von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Reinhard Bütikofer auf dem Umwelttag 2008 in Berlin.

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Kinderarbeit und Schokolade

17 Sep

Nicht nur Teppiche werden von Kinderhand geknüpft, auch die Schokolade wird von Kindern gepflügt.

Von der Elfenbeinküste, dem weltweit größten Kakaoproduzenten, werden Kakaoprodukte auch zu uns importiert. In Deutschland gibt es 215 Schokoladenproduzenten, allen voran die Firma Ritter Sport oder die Krüger Gruppe, die laut Monitor mit Schokolade im Jahr 2006 einen Umsatz von 4,4 Milliarden Euro machten. Dazu beigetragen haben etwa 600.000 Kinder von der Elfenbeinküste, und weitere etwa 12.000 aus den Nachbarstaaten, die die Kakaobohnen unter unmenschlichen Bedingungen sammeln müssen.

Kinder werden dazu unter falschen Versprechungen von ihren Familien getrennt. Anstatt die angepriesene Ausbildung antreten zu dürfen, werden sie an Plantagenbesitzer von Kakaoanpflanzungen verkauft, um dort auf den Feldern zu schuften. Dass diese Kinder oftmals jahrelang auf diesen diesen Plantagen arbeiten, letzenendes ohne Ausbildung, und von Krankheiten gezeichnet, ihr weiteres Leben fristen, ist der Schokoladenindustrie durchaus bekannt. Nur vage versucht sie diesem „Problem“ mit einem Budget von 30.000 Euro gegenzusteuern.

Von daher ist es zynisch, wenn ein bekannter Hersteller von Schokoladenartikeln sich genau diesen Sachverhalt auf seine Fahne schreibt: Kinder-Schokolade. Von Kindern, für Kinder..

Brennende Autos in Berlin

7 Jun

Während es in Frankreich gang und gäbe ist, Fahrzeuge in Brand zu stecken, kommt es auch hierzulande langsam in Mode. Die Berliner Polizei verzeichnete bisher 59 brennende Fahrzeuge (Stand 07.06.07) in Berlin. Angeführt wird die Hitliste der geschädigten Autos von Mercedes Benz. Eine detaillierte Aufstellung findet sich unter brennende-autos.de, wo auch die Tatorte mit Hilfe von Google Maps lokalisiert werden.

Dass auch Deutschland liebstes Kind dererlei Anschlägen zum Opfer fällt, kann eine Form des Protestes sein, nur scheint nicht bekannt, wogegen sich dieser richten soll. Während der stellvertretende Vorsitzender der CDU/CSU-Fraktion, Herr Bosbach, in der N24-Talkshow „Bärbel Schäfer – Talk ohne Show“ vom 05.06.07, noch von einer Verbindung zu den G8-Gegnern spricht, warnt der Berliner Politiker Hans-Christian Ströbele (MdB Bündnis90/Die Grünen) davor, nicht alles gleich in einen Topf zu werfen und pauschal zu verurteilen. Zumindest waren sich beide einig, dass in der gesamten Bundesrepublik bisher etwa 200 Autos dem Brandmartyrium zum Opfer gefallen sind. Dabei könnte Herr Ströbele Recht haben, denn gehäuft brennen die Autos in Kreuzberg, dem zweitärmsten Stadtteil von Berlin, und das kann nicht im Sinne der Globalisierungsgegner sein, die bekanntlich eine Angleichung zwischen Arm und Reich suchen.

Die besser Betuchten in Kreuzberg können sich vor dem Verbrennen ihrer Limosinen wappnen, indem sie ihre Autos praktisch bis mit in die Wohnung nehmen können. Der kleine Mann darf weiterhin zittern, dass sein teuer erspartes Auto nicht vor der Haustür abgefackelt wird, denn für ein echtes Carloft reicht das Geld dann doch nicht.

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Abzocke im Dienste der Ahnenforschung?

10 Feb

Die Webseite www.genealogie.de nimmt es nicht so genau, um die Preise für ihren Dienst zur Ahnenforschung deutlich ins Sichtfeld zu rücken. So passiert es schonmal, dass der Auftrag über die Webseite vom Kunden erteilt wird und diesem erst nach Herunterscrollen der Seite, unten im Kleingedrucktem, der Preis über 60 Euro/Jahr – immerhin fett dargestellt – sichtbar wird.

Die WDR-Sendung markt recherchiert für Namenssuchende und fährt nach Frankfurt, wo laut Impressum die Geschäftsstelle sein soll. Das Büro wird auch gefunden, nur, es ist leer, und laut Nachbarn auch nie wirklich bezogen worden. Ein Anruf unter der angegebenen Nummer, die auch auf der Webseite zu finden ist, erweist sich ebenfalls als wirkungslos, da schlichtweg niemand ans Telefon geht. Dafür lässt ein Ansagenband für 9 Cent/Minute von sich hören. Zuguterletzt wird der Versuch gestartet, über die Zweigniederlassung an Verantwortliche dieser Webseite zu kommen. Ergebnis: die Niederlassung ist in England, westlich von London, in Berkshire, beheimatet, wo als Direktorin Frau ‚Marina Wagner‘ – wenn es sie denn gibt – für diese Firma residiert.

Die Recherche von markt ergibt, dass Namenssuchende wohl kaum ein Chance haben, wieder an ihr Geld zu kommen, obwohl sie ein Widerrufsrecht geniessen. Umso ägerlicher, dass allein Forderungen und Mahnungen ihren Weg zu den Kunden finden, sollten bei Frau Wagner keine Einzahlungen verbucht werden.

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Strassenschlacht in Berlin

17 Jan

Es gibt sie wieder, die Strassenschlacht in Berlin. Die Schlacht findet in Friedrichhain-Kreuzberg statt, vor den Toren der TAZ und dem Axel-Springer-Haus. Ort der Auseinandersetzung: Kochstrasse. Molotowcocktails werden allerdings nicht geworfen, auch fahren nicht die berüchtigten Wasserwerfer auf, die nachweislich schon manchen zu Fall gebracht haben. Aufgefahren werden hier Wählerstimmen aus dem Bezirk Kreuzberg-Friedrichshain, um die Umbenennung des östlichen Teilstücks der Kochstrasse, benannt nach Johann Jakob Koch, in Rudi-Dutschke-Strasse zu verhindern, – oder auch zu forcieren. Mittels Bürgerbescheid entscheidet am 21. Januar 2007 eine Wählerschar über die weitere Bennung eines Teilstücks der Kochstrasse. Wenn der stadtbekannte Ehrenbürger Johann Pech hat, wird ihm ein Teil seiner nach ihm benannten Strasse zugunsten von Rudi abgezwackt.

Konträr sind sich die CDU und die Bündnis90/Die Grünen. Während die CDU über pro-kochstrasse.de Stimmung macht, mobilisieren die grünen Linken über ihr Portal, wie auch das kampfgewohnte Blatt TAZ, Wählerstimmen. Wer möchte, kann seine Stimme virtuell über das Portal Regionaltrend abgeben und ausgiebig mit Berlinern zu diesem Thema diskutieren.

Der CDU geht es bei diesem Bürgerbegehren eher um das Geld ihrer Mitbürger, denn nach einer Umbenennung hätten die Anwohner des umkämpften Strassenzugs mit dem Umschreiben ihrer Adressen in Briefköpfen oder von Klingelschildern viel zu tun. Den Grünen geht es eher um die Ehre, derer Rudi ja nie genug haben kann.

Allemal amüsanter wäre der direkte Vergleich zwischen den beiden verstorbenen Kontrahenten gewesen: Der Bürgermeister gegen den Mitbegründer der APO. Egal wie die Wahl ausgeht, möglicherweise wird der Streit dann doch noch unter dem Volk ausgemacht. Aus Wut und verletztem Ehrgefühl werden vielleicht wieder die Wasserwerfer aus den Garagen gefahren, oder die Mollies hinter dem Sofa hervorgekramt. Vielleicht erlebt Berlin dann doch wieder die altgewohnte, echte Strassenschlacht.

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