Archiv für März 2009

UMP – Abwrackprämie

Montag, 30. März 2009

abwrackpraemie.gif

Wer seine Abwrackprämie über die neu eingerichtete Website der BAFA (Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle) geltend machen wollte, hatte am Montag, den 30.03.09, so seine liebe Mühe (siehe Grafik oben). Während die Internetpräsenz schon beim Hinterlegen von personen- und fahrzeugbezogenen Daten ihren Geist aufgegeben hatte, müssen selbst diejeniegen, die den Parcour des Formulars für die UMP (Umweltprämie) angeblich erfolgreich abgeschlossen hatten, um Bestätigung der Prämie bangen, da ihre Formulareingaben fälschlicherweise an andere Antragsteller verschickt wurden, die ebenso einen Antrag auf die Prämie stellten. Als Grund wurden fehlinterpretierte DOS-Attacken (Denial of Service Attacken) genannt, die den Servierbetrieb voruebergehend lahm legten. Fraglich ist auch, weshalb die Bestätigung für die Reservierung der Abwrackprämie im ressourcehungrigem PDF-Format verschickt wurde, wo es doch eine textuelle, ebenso druckbare und schlanke Textdatei auch getan haette, zumal mit einigen Tausend Antragsteller zeitgleich zu rechnen war.

Hans-Hermann Dubben – Früherkennung schadet mehr, als sie nützt

Donnerstag, 26. März 2009

Der Mediziner Hans-Hermann Dubben, Jahrgang 1955, behauptet, dass die Früherkennung von Prostatakrebs, oder auch Brutkrebs, unter statistischen Gesichtspunkten den Patienten mehr schadet als hilfreich sei. Nach Auswertung von 200.000 Probanden in der Fachzeitschrift Lancet erfolgt demnach eine Überdiagnose an erkrankten Patienten.
Im Interview sagt er (in Auszügen):

  • Mit Prostatakrebs können die meisten Männer Jahrzehnte leben, sie könnten damit 120 Jahre alt werden, ohne den Krebs jemals behandelt zu haben.
  • auf einen Geretteten 40 Fälle, die völlig sinnlos oder unnötig behandelt wurden
  • Wenn ich mich jetzt auf Prostatakrebs untersuchen lassen würde, fände man bei mir mit mehr als 50 Prozent Wahrscheinlichkeit einen Tumor.
  • 30 bis 80 Prozent der Männer sind nach der Operation impotent oder inkontinent
  • Jemand der an Prostatakrebs stirbt, ist im Durchschnitt über 80 Jahre alt
  • Bei 75 Geheilten kommen wir auf 750 Lebensjahre, die einem die Früherkennung schenkt. Hochgerechnet auf die Screening-Teilnehmer kommen wir auf 66 Stunden
  • Nur drei Prozent der Männer sterben an Prostatakrebs
  • Zum Beispiel bei jenen Tumoren, die innerhalb von 50 Jahren von Erbsgröße auf doppelte Erbsgröße anwachsen. Die machen nie ein Problem [...] Das führt dazu, dass auf eine gerettete Frau statistisch zehn weitere kommen, die überbehandelt werden.
  • Aber auch bei mir wird sich mit 50-prozentiger Wahrscheinlichkeit Prostatakrebs finden. Mit drei Prozent Wahrscheinlichkeit werde ich daran sterben, wenn ich älter bin als 80.
  • 30 Prozent der krebskranken Männer sterben, etwa vier Prozent an Lungenkrebs und drei Prozent am Prostatakrebs.[...]Bleiben aber noch 23 Prozent für alle anderen Krebse.