Brennende Autos in Berlin
Während es in Frankreich gang und gäbe ist, Fahrzeuge in Brand zu stecken, kommt es auch hierzulande langsam in Mode. Die Berliner Polizei verzeichnete bisher 59 brennende Fahrzeuge (Stand 07.06.07) in Berlin. Angeführt wird die Hitliste der geschädigten Autos von Mercedes Benz. Eine detaillierte Aufstellung findet sich unter brennende-autos.de, wo auch die Tatorte mit Hilfe von Google Maps lokalisiert werden.
Dass auch Deutschland liebstes Kind dererlei Anschlägen zum Opfer fällt, kann eine Form des Protestes sein, nur scheint nicht bekannt, wogegen sich dieser richten soll. Während der stellvertretende Vorsitzender der CDU/CSU-Fraktion, Herr Bosbach, in der N24-Talkshow “Bärbel Schäfer - Talk ohne Show” vom 05.06.07, noch von einer Verbindung zu den G8-Gegnern spricht, warnt der Berliner Politiker Hans-Christian Ströbele (MdB Bündnis90/Die Grünen) davor, nicht alles gleich in einen Topf zu werfen und pauschal zu verurteilen. Zumindest waren sich beide einig, dass in der gesamten Bundesrepublik bisher etwa 200 Autos dem Brandmartyrium zum Opfer gefallen sind. Dabei könnte Herr Ströbele Recht haben, denn gehäuft brennen die Autos in Kreuzberg, dem zweitärmsten Stadtteil von Berlin, und das kann nicht im Sinne der Globalisierungsgegner sein, die bekanntlich eine Angleichung zwischen Arm und Reich suchen.
Die besser Betuchten in Kreuzberg können sich vor dem Verbrennen ihrer Limosinen wappnen, indem sie ihre Autos praktisch bis mit in die Wohnung nehmen können. Der kleine Mann darf weiterhin zittern, dass sein teuer erspartes Auto nicht vor der Haustür abgefackelt wird, denn für ein echtes Carloft reicht das Geld dann doch nicht.
Berlin, Germany: